Vergütung

Als Finanz- und Versicherungsmakler werden wir durch Provisionen von den Gesellschaften vergütet, bei denen Sie über uns Verträge abschließen. Besteht dann nicht die Gefahr, dass wir nur Produkte anbieten oder gar empfehlen, die uns die höchsten Provisionen bezahlen?

Dies können Sie jederzeit selbst beurteilen. Grundsätzlich nennen wir Ihnen die Provisionen und etwaige sonstige Einnahmen, die wir erhalten vor einem Abschluss.

Aber Sie können hier schon nachlesen, wie sich unsere Einnahmen gestalten. Die Einnahmen sind sehr unterschiedlich und hängen wesentlich von der Art der Anlage und möglichen einzelnen Zusatzleistungen von uns ab, die Sie wählen.


 

Hier ein erster Überblick:


 

Investmentfonds


 

Die Provisionen, die wir aus der Vermittlung von Investmentfonds erzielen können, setzen sich aus 2 Bestandteilen zusammen. Wir erhalten eine Abschlussprovision, die sich in der Regel an dem Ausgabeaufschlag des Fonds orientiert. Wir erhalten hiervon 87,75%. Wenn Sie also 10.000 Euro in einen Investmentfonds investieren, der einen Ausgabeaufschlag von 5% hat, erhalten wir hieraus 437,50 Euro. Wir können Ihnen den Ausgabeaufschlag rabattieren. Vereinbaren wir mit Ihnen einen Rabatt von z.B. 50% so erhalten wir noch eine Vergütung von 218,75 Euro. Wenn Sie über uns einen Investmentfondssparplan von 100 Euro monatlich abschließen, so erhalten wir in dem oben genannten Beispiel jeden Monat 4,37 Euro bzw. 2,18 Euro, wenn der monatliche Kauf der Investmentfonds mit 50% rabattiert ist. Neben den Abschlussprovisionen erhalten wir Bestandsprovisionen. Die Höhe der Bestandsprovisionen hängt von verschiedenen Kriterien ab:

•Von der Depotbank/Verwahrstelle, über die Fonds vermittelt werden. Dabei zahlt aber nicht eine Verwahrstelle durchgängig bessere Bestandsprovisionen als eine andere. Vielmehr kann Fonds A bei der Verwahrstelle X die höchste Provision zahlen und Fonds B zahlt bei der Verwahrstelle Y die höchste Provision.

• Von der Summe, die in die einzelnen Fonds vermittelt werden.

Die Schwankungsbreite bei den Bestandsprovisionen ist hoch, meist betragen die Bestandsprovisionen zwischen ca. 0,3% bis ca. 0,7% im Jahr. Häufig sind die Bestandsprovisionen umso höher, je höher das Risiko ist. Haben Sie über uns zum Beispiel 30.000 Euro in defensiver ausgerichteten Investmentfonds angelegt, so würden wir hierfür jährliche Bestandsprovisionen in Höhe von ca. 90 Euro erhalten. Sind Ihre Anlagen dagegen in spekulativere Investmentfonds investiert, so würden wir hierfür ca. 210 Euro jährlich erhalten.

Sie können mit uns einen Servicevertrag zu Ihrem Investmentfondsdepot vereinbaren, der besondere Leistungen enthält. In diesem Fall würden wir von der vereinbarten Servicegebühr ebenfalls einen Großteil der Gebühr erhalten. Die Berechnung ist etwas komplizierter: Zunächst vereinbaren wir grundsätzlich eine Servicegebühr inklusive Mehrwertsteuer. Nach Abzug der Mehrwertsteuer werden uns von der Servicegebühr 0,1% -Punkte belastet, den Rest erhalten wir als Provision. Beispiel: Sie haben ein Depot mit einem Wert von 50.000 Euro und wir haben mit Ihnen eine Servicegebühr in Höhe von 0,8 % jährlich vereinbart. Dann erhalten wir: 0,8% minus Mehrwertsteuer 0,67% minus 0,1%, also 0,57% auf 50.000 Euro. Unsere Vergütung in Euro beträgt also jährlich zunächst 285 Euro abzüglich einer Fixgebühr, die die Verwahrstelle berechnet. Je nach Verwahrstelle beträgt diese ca. 10 Euro bis 20 Euro im Jahr. Somit erhalten wir in diesem Beispiel im Jahr einen Nettobeitrag zwischen 265 Euro bis 275 Euro.

Mögliche Interessenkonflikte

Es gibt Investmentfondsgesellschaften, die uns als Basis für die Abschlusskosten nicht 100% des Ausgabeaufschlags, sondern nur 50% weiterleiten. Von den bekannten Fondsgesellschaften gehören nur Deka und Union Investment dazu. Bei allen anderen großen Fondsgesellschaften gilt diese Einschränkung nicht. Bei der Vermittlung dieser Fonds sind unsere Einnahmen also wesentlich geringer.

In der Vergangenheit gab es häufig direkte oder indirekte Incentives von Fondsgesellschaften, die darauf abzielten, den Verkauf bestimmter Fonds zu forcieren. Dies ist heute kaum noch der Fall. Von indirekten Incentives könnte man heute sprechen, von Fondsgesellschaften Berater oder Vermittler bevorzugt zu Informationsveranstaltungen in einem besonderen Rahmen einladen. Fragen Sie uns hierzu gern im Einzelfall.

Weitere für Sie möglicherweise relevante Informationen

Unserer Kenntnis nach ist für fast alle Vermittler die Vergütungsstruktur weitgehend so aufgebaut, wie oben beschrieben. Allerdings variieren die %-Sätze, die die einzelnen Vermittlern erhalten. Eine Faustformel lautet: Je größer der Betrag aller vermittelten Fonds ist, umso höher fällt die Provision aus. Sie übersteigt bei den Abschlussprovisionen aber nie den Ausgabeaufschlag. Ein umsatzstarker Vermittler hat also einen höheren Spielraum seinen Kunden Rabatte zu gewähren. Mit Einschränkungen etwas kurios ist aber, dass zumindest bei einigen uns bekannten Banken, die Provisionshöhe in Bezug auf den Ausgabeaufschlag zum Teil beträchtlich kleiner ist, als diejenige die wir vereinnahmen. Dies bezieht sich nicht auf die gesamte Bank, sondern auf einzelne Einheiten – z.B. Filialen – einer Bank. Aber die Einheit ist eben hierdurch in der Höhe der möglichen Rabatte eingeschränkt.


 

Beteiligungen/ geschlossene Fonds


 

Die Spannbreite der Provisionen, die wir aus der Vermittllung dieser Fonds erhalten, bewegen sich zwischen etwa zwischen 6,05% und 9,075% Weitere Vereinbarungen, wie eine Superprovision für ein bestimmtes Umsatzvolumen haben wir nicht vereinbart. Eine laufende Bestandsvergütung erhalten wir in der Regel nicht. Es gibt wenige Ausnahmen, die dann in etwa in folgender Größenordnung zahlen: 0,2% jährlich des investierten Kapitals, zudem kann eine  Gewinnbeteiligung von z.B. 0,2% erfolgen.


 

Immobilien


 

Entweder wir erhalten eine extra ausgewiesene klassische Maklerprovision oder eine sogenannte Innenprovision. Innenprovisionen sind Vergütungen, die der Veräußerer an uns zahlt, also nicht Sie als Käufer. Innenprovisionen bewegen sich typischerweise zwischen 3% bis zu 10% (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer). In vielen Fällen sind wir vertraglich gebunden, diese Provisionen nicht zu veröffentlichen. Auf jeden Fall nennen wir Ihnen aber auch die Innenprovisionen vor Vertragsabschluß.


Lebensversicherungen/ Rentenversicherungen


 

Die Provisionen, die wir aus der Vermittlung von Lebens- und Rentenversicherungen erzielen, setzen sich aus 2 Bestandteilen zusammen.

Wir erhalten eine Abschlussprovision, die sich in der Regel auf die Beitragssumme bezieht. Beitragssumme ist die Summe aller über die Vertragsdauer zu zahlen Beiträge. Zahlen Sie also für Ihre Versicherung 50 Euro monatlich und beträgt die Beitragszahlungsdauer 20 Jahre, so ergibt sich eine Beitragssumme von: 12 Monate * 20 Jahre * 50 Euro = 12.000 Euro. Hierauf zahlen die von uns hauptsächlich vermittelten Gesellschaften regulär zwischen 4,0% bis 4,5% an uns. Wählen Sie eine Gesellschaft, die uns 4,5% zahlt, würden wir also 540 Euro erhalten. Es gibt zwei Ausreißer nach oben, dort würden wir 5,0% und 5,8% erhalten. Zwei Gesellschaften zahlen uns relativ geringe Provisionen von 3,2% bis 3,6%. Reine Direktversicherungen, die uns keine Provisionen zahlen vermitteln wir nicht.

Weiterhin zahlen die meisten Gesellschaften uns eine Bestandsprovision, die zwischen 0,75% bis 1,5% des Monatsbeitrages betragen. Die meisten Gesellschaften zahlen den höheren Betrag. In der Regel wird uns dieser Betrag monatlich ausgezahlt. Es werden aber auch Bestandsprovisionen für Versicherungen mit Einmalbeiträgen gezahlt.

Erreichen wir bestimmte Umsatzziele so erhöhen viele Gesellschaften die Abschlussprovisionen. In der Regel beträgt die Erhöhung 0,2%- Pkte. Um im vorgenannten Beispiel zu bleiben, würden wir dann statt 4,5% eine Vergütung in Höhe von 4,7% erhalten. Statt 540 Euro, also 564 Euro.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Vermittler und Makler, die gleichen Provisionssätze erhalten. Sie können (etwas) höher liegen, liegen zum Teil aber auch deutlich darunter. Dies hängt zum einen etwas vom Gesamtumsatz ab. Einen bedeutenderen Effekt hat aber, ob der Vermittler in einer „Struktur“ arbeitet und welche Hierachiestufe er dort besetzt.

Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es um die Provision zu erhöhen oder zu reduzieren?

Bei den %-tualen Provisionssätzen scheint uns dies nur durch sehr große Umsätze bei einer Gesellschaft möglich zu sein. Ist dies nicht möglich, besteht noch die Möglichkeit die Beratung so zu gestalten, dass sich eine möglichst hohe Beitragssumme ergibt, man also eine sehr lange Beitragszahlungsdauer wählt. Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit die Beitragssumme zu reduzieren, indem eine unterschiedliche Versicherungsdauer (=Beitragszahlungsdauer) und Leistungsdauer gewählt wird. Die Analyse und Beratung kann je nach Situation beide Möglichkeiten als sinnvoll erscheinen lassen. Es sollte dabei aber auf den Bedarf der Kunden und nicht auf das Provisionsinteresse ankommen. Bei einigen Gesellschaften können Gruppentarife angeboten werden, die zu einer geringeren Kostenbelastung des Vertrages führen – und damit zu geringeren Provisionen. Einige – auch wiederum nicht alle- Gesellschaften lassen eine Reduktion der Vertragskosten zu, indem der Vermittler auf einen Teil seiner Abschlussprovision verzichtet.


 

Disclaimer


 

Alle Angaben ohne Gewähr, soweit diese nicht unsere Provisionen betreffen. Wenn wir Ihnen Geldanlagen vermitteln, weisen wir Ihnen jeweils alle genannten Vergütungen exakt aus. (Auch diejenigen, wo hier nur ein Provisionsrahmen genannt wurde). Provisionen und Vergütungsregelungen können sich ändern, insoweit können wir nicht sicherstellen, dass diese Aussagen auch in Zukunft gelten werden. Im Juni 2014

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