Wie viel Geld darf uns das Vertrauen in Sicherheit von Sparanlagen kosten?

Ein recht aktueller Beitrag des volkswirtschaftlich orientierten Online-Magazin für Wirtschaftspolitik Makronom hat uns, dazu angeregt, Ihnen die folgende kommentierte Finanznachricht zu übermitteln. Denn unser Ziel ist es Finanznachrichten aufzugreifen, die Sie in der Form nicht überall finden.

Wären Sie bereit 5% Ihres Jahreseinkommens als Versicherungsprämie zu zahlen, damit Ihre Festgeldanlagen, Tagesgelder und Spareinlagen gegen mögliche Pleiten Ihrer Bank versichert sind. Wohl kaum.

Unter Jahreseinkommen verstehen wir all das, was Sie im Jahr einnehmen, Ihr Gehalt, mögliche Mieteinnahmen usw. Dann kann man ihr persönliches Jahreseinkommen mit dem Bruttoinlandsprodukt vergleichen. Dies umfasst alle im Jahr erwirtschafteten Löhne der Arbeitnehmer und alle Gewinne der Unternehmen und Vermögenserträge. Sie selbst haben ein Teil zu dem BIP Europas beigetragen und natürlich wir alle, die in Europa leben.

Sie selbst wären vermutlich nicht bereit, die oben genannte Versicherungsprämie für die schlecht verzinsten Tagesgelder zu zahlen. Deshalb fragt man Sie auch besser nicht und macht es einfach so, umgelegt auf die gesamte Wirtschaftskraft Europas.

Philipp Ständer, Wissenschaftler am Jacques Delors Institut – Berlin, führt jedenfalls auf, dass die besagten Summe von 5% des BIP Europas für die Bankenrettung aufgebracht wurde. 5% dessen was wir alle inklusive der Unternehmen und der Vermögenserträge in einem Jahr in Europa erschaffen.

Um bei dem persönlichen Beispiel zu bleiben:  Gut, Sie müssten die „Versicherungsprämie“ nicht jedes Jahr zahlen, sondern verteilt in den Jahren von 2008 bis 2014. Dennoch halten wir dies für einen hohen Preis, insbesondere dann, wenn die absolute Sicherheit der Bankeinlagen immer noch nicht gewährleistet, wie Sie dem oben genannten  Beitrag  „Drei Szenarien für die Zukunft der Bankenunion“ entnehmen können:

„Ein entscheidender Grund, warum die Bankenunion ihr Versprechen, den Steuerzahler vor Bankenpleiten zu schützen heute noch nicht einlösen kann, ist die fortwährende Schwäche einiger Bankensektoren, verursacht unter anderem durch eine bedrohlich hohe Zahl an notleidenden Krediten.“ (1)

Nun haben Banken nicht nur die Aufgabe Festgelder ihrer Kunden zu verwahren, deshalb darf man die Kosten für die Bankenrettungen seit 2008 nicht nur den Kundeneinlagen zurechnen. Aber man könnte sich fragen, wie lange die Politiker noch bereit sein werden, derartige Summen für die Banken aufzubringen. Und vielleicht ist die Frage auch angebracht, ob wir rechtzeitig informiert werden, falls einmal ein Sinneswandel in Hinblick auf Bankenrettung mit unseren Steuergeldern einsetzt.

Zugegeben, aktuell wahrscheinlich kein realistisches Szenario, sondern ganz einfach ein hinsichtlich des möglichen Eintritts unsicheres Szenario. Und wenn Sie jetzt fragen,  was Finanzanlage-Experten bei Unsicherheit raten: Diversifizieren, also die Geldanlagen streuen. Und wenn Tagesgelder unabdingbar für Sie sind, haben Sie immer noch die Möglichkeit diese auf unterschiedliche Banken zu verteilen. Möglichkeiten dazu finden Sie reichlich im Netz und natürlich auch auf unserer Homepage.


Makronom,  „Drei Szenarien für die Zukunft der Bankenunion“

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