Investmentfonds- Branchendiversifikation Agrar und Nahrung

Investmentfonds bieten eine große Auswahl, um eine Geldanlage zu diversifizieren, ganz nach dem Motto „Nicht alle Eier in einen Korb legen“. Diese Aussage wird häufig dem Nobelpreisträger Markowitz zu geschrieben, und wer dieser Aussage folgt, soll dadurch das Verlustrisiko seiner Gesamtgeldanlage reduzieren, so schreibt es beispielweise das Handelsblatt in einer älteren Ausgabe, wobei zugleich gefragt wird, wie breit man streuen sollte. In dem besagten Artikel wird dazu unter anderem von Andreas Feiden, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Fidelity, der Hinweis gegeben: „„Anleger sind also gut beraten, wenn sie auf verschiedene Anlageklassen setzen und auch innerhalb dieser ihr Risiko auf unterschiedliche Werte verteilen“ (1) „Innerhalb“ der Anlageklassen zu diversifizieren, kann nun Vielerlei bedeuten. Zunächst einmal legt jeder Investmentfonds in unterschiedliche Werte an. Man kann aber auch bei Aktienfonds – und von dieser Anlageklasse handelt dieser Beitrag – auch nach Ländern diversifizieren oder auch nach Branchen. Weil eine Branchendiversifikation nicht so häufig betrachtet wird, haben wir diese kleine Beitragsserie gestartet.

05032017inv3Heute zeigen wir dazu die Entwicklung die Entwicklung von „Agrarfonds“ und Investmentfonds, die ihren Fokus auf Nahrung gesetzt haben in den Jahren 2011 bis 2016 im Vergleich zu anderen Investmentfonds dar. Diese beiden Fondssegmente weisen als zusätzliche Besonderheit auf, dass die Anzahl der Investmentfonds in diesen Segmenten sehr gering ist. In der Fondsgruppe Argar finden sich nur 23 Fonds. Noch kleiner ist, dass Angebot im Segment Nahrung, wo nur 12 Fonds angeboten werden.

Dabei ist für den Bereich Nahrung noch bemerkenswert, dass von den 12 Fonds lediglich 8 Fonds ein aktives Fondsmanagement , bei den restlichen 4 Fonds handelt es sich um ETF’s.

Die jährliche Entwicklung von Agrarfonds wird in dieser Grafik abgebildet:

5217argarDagegen stellt sich die Entwicklung der Fondskategorie Nahrung wie folgt dar:

5217nahrungDie Tabellen sind so aufgebaut, dass in den obersten Zeilen das beste Fondssegment (nach Branchen) aufgeführt ist, in den untersten Zeilen jeweils das schlechteste Fondssegment. Die komplett ausgefüllte Liste finden Sie in unserem Beitrag Mit Investmentfonds diversifizieren: Was es in der Vergangenheit gebracht hat nach, Branchen zu diversifizieren.  Weil wir meinen, dass die vollständigen Listen etwas unübersichtlich sind, haben wir in diesem Beitrag und noch folgenden Beiträgen zu auf bestimmte Branchen konzentrierte Investmentfonds diese Darstellung gewählt.

Wie aber haben sich die Fonds (im Durchschnitt) in absoluten Zahlen entwickelt:

2011: Wertzuwachs Agrar: -12,78%

2011: Wertzuwachs Nahrung: +6,33%

2011 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: -6,45%


2012: Wertzuwachs Agrar: +12,89%

2012: Wertzuwachs Nahrung: +13,9%

2012 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +11,8%


2013: Wertzuwachs Agrar: +4,15%

2013: Wertzuwachs Nahrung: +12,95%

2013 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +18,28%


2014: Wertzuwachs Agrar: +12,69%

2014: Wertzuwachs Nahrung: +16,73%

2014 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +14,65%


2015: Wertzuwachs Agrar: -3,46%

2015: Wertzuwachs Nahrung: +18,43%

2015: zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +8,08%


2016: Wertzuwachs Agrar: +7,95%

2016: Wertzuwachs Nahrung: +0,65%

2016 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +7,13%

Bei der Interpretation dieser Zahlen ist einiges zu beachten:

  1. Zunächst sind Vergangenheitswerte grundsätzlich kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
  2. Durchschnittswerte können je nach Verteilung innerhalb der betrachten Fondsgruppe ein verzerrtes Bild wiedergeben, zum Beispiel dann, wenn die Menge der betrachteten Fonds relativ klein ist, die meisten Fonds ein ähnliches Ergebnis haben, aber ein Fonds ein sehr stark abweichendes positives oder negatives Ergebnis.
  3. Man sollte auch Vorsicht dabei walten lassen, aus der Entwicklung der Ergebnisse ein Muster abzuleiten. Zum Beispiel nach dem Motto: Die Fondsgruppe war solange schlecht, jetzt müsste ja mal ein positives Ergebnis kommen. Zuweilen mag eine solche Strategie aufgehen. Aber der Trendumschwung kann auch innerhalb eines Jahres geschehen. Wenn dies der Fall ist, so erkennen Sie es aus den Kalenderjahreszahlen nicht.

Insbesondere der Punkt 2 ist bei diesem Vergleich von Bedeutung, wie eingangs ausgeführt.

Zum Schluss: Keine Anlageempfehlung und Risikohinweis

Dieser Beitrag stellt keine Anlageempfehlung dar, fragen Sie dazu Ihren Berater. Das Ziel dieses Beitrages liegt einzig darin, Ihnen einige Einblicke in die Möglichkeiten zu geben, wie ein Anleger sein Geld grundsätzlich anlegen kann. Dabei betrachtet dieser Beitrag nur einen sehr kleinen Ausschnitt aller Möglichkeiten. Auch gilt: Aktienfondsanlagen können zu hohen Verlusten führen, zum Teil über 50% und solche Anlagen sind daher nicht mit Festgeldern oder ähnlichen Anlagen zu vergleichen. Die Daten haben wir der Software FVBS entnommen.


(1) Handelsblatt 1.6.2012: Die goldene Regel der Kapitalanlage

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