Investmentfonds Lifestyle und Konsum – hätte es sich gelohnt?

Diversifizieren bei einer Aktienanlage kann man mit Investmentfonds  nicht nur unter regionalen Aspekten, in dem man für seine Anlage bestimmte Länder oder Weltregionen auswählt. Man kann ebenso nach bestimmten Branchen und Sektoren diversifizieren, zum Beispiel wenn man meint, eine bestimmte Branche wird in nächster Zeit oder weiterer Zukunft besonders profitabel sein und deshalb werden sich die entsprechenden Aktien besonders gut entwickeln. (was nicht unbedingt so sein muss.)

Grundsätzlich zeigte aber auch eine Streuung der Aktienanlagen nach Branchen in der Vergangenheit durchaus Diversifikationseffekte, wie zum Beispiel diese Beiträge zeigen:

Wenn ein Anleger glaubt, dass es interessant sei, auf Unternehmen zu setzen, die die (mehr oder weniger) notwendigen Dinge des täglichen Lebens herstellen, wird er vielleicht Aktienfonds in die nähere Betrachtung ziehen, die dem Konsumsektor zuzuordnen sind. Möchte er dagegen auf den zum Teil für den Verbraucher weniger lebensnotwendigen Bereich Lifestyle abstellen, lassen sich auch hierfür bestimmte Fonds finden.

Insgesamt haben wir für die Jahre seit 2011 einmal 13 verschiedene Sektoren betrachtet. Wie sich Aktienfonds mit dem Schwerpunkt Konsum im Vergleich zu den restlichen Fonds entwickelt haben zeigt diese Grafik:

5217konsumDie Tabelle ist so aufgebaut, dass in den obersten Zeile das beste Fondssegment (nach Branchen) aufgeführt ist, in der untersten Zeile jeweils das schlechteste Fondssegement. Die komplett ausgefüllte Liste finden Sie in unserem Beitrag Mit Investmentfonds diversifizieren: Was es in der Vergangenheit gebracht hat nach, Branchen zu diversifizieren.  Weil wir meinen, dass die vollständigen Listen etwas unübersichtlich sind, haben wir in diesem Beitrag und noch folgenden Beiträgen zu auf bestimmte Branchen konzentrierte Investmentfonds diese Darstellung gewählt.

Wie sich dagegen Branchen-Investmentfonds mit dem Fokus Luxus und Lifestyle entwickelt im Vergleich zu anderen Branchen-Investmentfonds entwickelt haben, ist folgender Grafik zu entnehmen:

5217lifestyleNach der Positionierung lagen beide Segmente relativ dicht beieinander, aber das Segment Lifestyle zeigte im betrachteten Raum größere Schwankungen.

Wie aber haben sich die Fonds (im Durchschnitt) in absoluten Zahlen entwickelt:

2011: Wertzuwachs Konsum: -4,56%

2011: Wertzuwachs Lifestyle: -3,83%

2011 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: -6,45%


2012: Wertzuwachs Konsum: +18,52%

2012: Wertzuwachs Lifestyle: +20,56%

2012 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +11,8%


2013: Wertzuwachs Konsum: +19,77%

2013: Wertzuwachs Lifestyle: +19,19%

2013 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +18,28%


2014: Wertzuwachs Konsum: +12,97%

2014: Wertzuwachs Lifestyle: +7,22%

2014 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +14,65%


2015: Wertzuwachs Konsum: +11,58%

2015: Wertzuwachs Lifestyle: +3,82%

2015 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +8,08%


2016: Wertzuwachs Konsum: +2,96%

2016: Wertzuwachs Lifestyle: -1,96%

2016 zum Vergleich der Durchschnitt weltweit anlegender Aktienfonds: +7,13%

Bei der Interpretation dieser Zahlen ist einiges zu beachten:

  • Zunächst sind Vergangenheitswerte grundsätzlich kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
  • Durchschnittswerte können je nach Verteilung innerhalb der betrachten Fondsgruppe ein verzerrtes Bild wiedergeben, zum Beispiel dann, wenn die Menge der betrachteten Fonds relativ klein ist, die meisten Fonds ein ähnliches Ergebnis haben, aber ein Fonds ein sehr stark abweichendes positives oder negatives Ergebnis.
  • Man sollte auch Vorsicht dabei walten lassen, aus der Entwicklung der Ergebnisse ein Muster abzuleiten. Zum Beispiel nach dem Motto: Die Fondsgruppe war solange schlecht, jetzt müsste ja mal ein positives Ergebnis kommen. Zuweilen mag eine solche Strategie aufgehen. Aber der Trendumschwung kann auch innerhalb eines Jahres geschehen. Wenn dies der Fall ist, so erkennen Sie es aus den Kalenderjahreszahlen nicht.

Die Betrachtung dieser beiden Fondssegmente zeigt aber, dass der Diversifikationseffekt zwischen diesen beiden Fondsgruppen gering ist. Wer im Bereich der Aktienfonds diversifizieren möchte und nicht auf zu viele unterschiedliche Anlagesegmente setzen möchte, sollte also besser andere Branchen kombinieren.

Allerdings, betrachtet man längere Zeiträume, so kann das Segment Lifestyle auch zu überraschend positiven Ergebnissen führen. So lag im Jahr 2010 das Durchschnittsergebnis der Branchenfonds ganz oben im Vergleich aller hier betrachteten Fondsgruppen und erzielte ein Plus von 43,59%.

Hier wiederum zeigt sich, dass für eine erfolgreiche Diversifikationsstrategie auch der Anlagehorizont maßgebend sein kann.

Zum Schluss: Keine Anlageempfehlung und Risikohinweis

Dieser Beitrag stellt keine Anlageempfehlung dar, fragen Sie dazu Ihren Berater. Das Ziel dieses Beitrages liegt einzig darin, Ihnen einige Einblicke in die Möglichkeiten zu geben, wie ein Anleger sein Geld grundsätzlich anlegen kann. Dabei betrachtet dieser Beitrag nur einen sehr kleinen Ausschnitt aller Möglichkeiten. Auch gilt: Aktienfondsanlagen können zu hohen Verlusten führen, zum Teil über 50% und solche Anlagen sind daher nicht mit Festgeldern oder ähnlichen Anlagen zu vergleichen. Die Daten haben wir der Software FVBS entnommen.


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