Investmentfonds: Was kann es schon aussagen, wo das Geld so hinfliesst?

Fließt im Bereich der Investmentfonds das meiste Geld den Gewinnern zu? Und darf man überhaupt aus Meldungen, dass Mischfonds aktuell die Investmentfondsklasse mit den höchsten  Mittelzuflüssen waren, Schlussfolgerungen ziehen, alle anderen Klassen würden zu Verlieren gehören? Sicherlich sind so allgemeine Aussagen für die Strukturierung des persönlichen Depots nicht hilfreich.

Sieht man sich das Nettomittelaufkommen der Investmentfonds  in Deutschland an, so ergibt sich bis Ende September folgendes Bild:

201116fo1Ja, Mischfonds sind mit Abstand die meisten Mittel per Saldo zugeflossen. Aber gar nicht so weit entfernt lagen die Offenen Immobilienfonds, die mit einem Nettomittelaufkommen von 4.570 Mio. € deutlich an zweiter Stelle lagen und mit dieser Größe ein Mittelaufkommen erreichten, welches 64% des Mittelaufkommens der Mischfonds beträgt. Bezogen auf das insgesamt investierbare Volumen an Anlagen müssten Offene Immobilienfonds wahrscheinlich deutlich an erster Stelle liegen. Denn es ist davon auszugehen, dass es mehr investierbare Aktien und Anleihen (die sich in Mischfonds befinden) als investierbare Immobilien (die sich in Offenen Immobilienfonds befinden) gibt.

Und ist nun die negative Entwicklung des Nettomittelaufkommens bei Aktien besonders hoch ausgefallen, wie eine Zahl von 1.327 Mio. € auf den ersten Blick vermitteln könnte? Nein, denn mit einem Minus von 0,41% im Gesamtbestand der Mittel der Aktienfonds, ergibt sich keine besonders beeindruckende Größe. Aber bei einer Betrachtung der %-tualen Veränderung seit Jahresbeginn fällt auf, dass hier Offene Immobilienfonds an erster Stelle liegen.

201116oifWas weiter auffällt, ist die relativ starke Veränderung der Mittelaufkommen bei den einzelnen Fondsarten in den Monaten August und September. Abgesehen von den Offenen Immobilienfonds machte hier die Veränderung des Nettomittelaufkommens bei allen Fondsarten fast 50% in nur zwei der neun Jahresmonate bis September aus:

201116prozInteressant ist in diesem Zusammenhang, dass die recht starken Bewegungen im Nettomittelaufkommen nicht eindeutig  in einer Richtung  mit der deutlichen Bewegung der Wertzuwächse im Vormonat einhergehen.

20112016gueObwohl zum Beispiel Aktienfonds im Juli mit 4% einen nennenswerten Wertzuwachs erzielten, mussten sie in den Folgemonaten August und September eine negative Veränderung des Nettomittelaufkommens hinnehmen, die 44% der gesamten bisherigen Änderung des Jahres 2016 ausmachte.

Vielleicht wurde aufgrund der generellen Unsicherheit an den Kapitalmärkten  unabhängig von der Kursentwicklung auf vermeintlich sichere (?) Anlagen wie Rentenfonds und Offene Immobilienfonds gesetzt. Zumindest Anleger, die Rentenfonds bevorzugten, wurden aktuell von dieser Strategie enttäuscht.


Daten: BVI und FVBS. Es wurde die jeweils durchschnittliche Wertentwicklung der von FVBS erfassten Fonds der jeweiligen Kategorie zugrundegelegt.

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