ETF: Wirklich ein Selbstgänger?

Etwas Ironie zu Beginn? Warum hört eigentlich die US-Börsenaufsicht SEC nicht auf die deutschen Verbraucherschützer? Heißt es hier nicht immer, ETFs seien als Anlageform – jedenfalls im Vergleich zu aktiv gemanagten Investmentfonds – die empfehlenswertere Anlageform?

Nun aber die Meldung:

„Börsenaufsicht nimmt ETFs unter die Lupe“ (1)

Was sind nun die Gründe der US-Börsenaufsicht die ETF genauer zu untersuchen:

  • Liquidität
  • Transparenz der zugrundeliegenden Instrumente
  • Zusammenhang zwischen Marktschwankungen und ETFs

Und warum empfehlen Verbraucherschützer ETF?

Die Verbraucherzentrale führt auf Ihrer Webseite sechs Gründe für ETF an (2):

  1. Geringe Kosten
  2. Liquidität
  3. Sicherheit
  4. Transparenz
  5. Risikostreuung
  6. Auch für kleine Vermögen

Geringe Kosten sind unstrittig ein Vorteil von ETF. Mit dem Begriff „Sicherheit“ meint die Verbraucherzentrale, dass kein Emittentenrisiko besteht. Dies gilt allerdings auch für andere Investmentfonds. Ebenso wie die unter Nummer 4 und 5 genannten „Vorteile für ETF“ gegenüber anderen Anlageformen auch für die allermeisten konventionellen Investmentfonds zutreffen. Der unter Punkt 6 genannte Vorteil von ETF erscheint uns mutig. Wer ein sehr kleines Vermögen hat, riskiert unter Umständen dann viel von seinem Vermögen, wenn er zum Beispiel Aktien-ETF kauft.

Nun aber zum Punkt Liquidität:

Eine hohe Liquidität, was bedeutet, dass der Anleger schneller als bei herkömmlichen Fonds an sei Geld komme – so schreibt es jedenfalls die Verbraucherzentrale – ist schon jetzt nicht ganz korrekt. Jedenfalls dann nicht, wenn als Begründung angeführt wird, dass diese schnelle Liquidität daher rühre, dass ETF über die Börse gehandelt werden. Dies ist auch schon heute bei vielen konventionellen Investmentfonds möglich. Ansonsten beträgt der Zeitvorsprung beim Verkauf von ETF im Vergleich zu konventionellen Investmentfonds meist nur 2 bis 4 Tage.

Zudem ist zu beachten, dass die Möglichkeit schnell an sein Geld zu kommen, dann für den Anleger wenig Wert hat, wenn dies mit hohen Kursverlusten verbunden ist.

Zumindest kurzfristig war dies am 24.August 2015 der Fall, als einige ETF in New York kurzfristig um 30% bis 40% stärker im Kurs fielen, als der Index, den die ETF abbildeten. Sicher, dies war eine extreme Situation. Aber es gab an diesem Tag 1.300 Handelsaussetzungen. 78% dieser Handelsaussetzungen betrafen ETF. (3)

Ob der 24. August eine Sondersituation war, die übrigens für Privatanleger in Deutschland nicht spürbar war, oder ein Vorbote, wird natürlich erst die Zukunft zeigen. Immerhin, die New Yorker Börsenaufsicht meint, Liquidität der ETF sei ein Grund die ETF unter die Lupe zu nehmen. Und was ist mit dem Schutz der deutschen Verbraucher?

Vertrauen die Verbraucherschützer darauf, dass die sogenannten Marketmaker (das können zum Beispiel Banken sein) immer sicher stellen, dass der deutsche ETF-Sparer auch in außergewöhnlichen Situationen an sein Geld kommt?


(1) Handelsblatt: Börsenaufsicht nimmt ETFs unter die Lupe

(2) Verbraucherzentrale.de: ETFs – die Preis-Leistungs-Sieger unter den Fonds

(3) Nord/LB Horizont Blog: Warum es gilt, (auch) ETFs kritisch zu hinterfragen

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