Zu viel Hoffnung? : „Es gibt eine deutsche Bank, die an Ihrer Seite bleibt“

In normalen Zeiten gibt es auch unter Konkurrenten eine nicht ausgesprochene Abmachung, wonach man sich nicht öffentlich schadenfroh über eine – vorübergehende (?) – schwierige Situation von Mitbewerbern zeigt. Warum also versucht die Commerzbank jetzt mit einer provokanten Kampagne, die offensichtlich gegen die Deutsche Bank gerichtet ist, Kunden im Privatkundengeschäft zu gewinnen?

Das entsprechende Werbebild der Commerzbank zeigt einen Handwerker, der ein Logo von einer Häuserwand entfernt, welches sehr an die Deutsche Bank erinnert und verspricht: „Es gibt eine deutsche Bank, die an Ihrer Seite bleibt.“ Welche Bank? > Die Commerzbank.  Das entsprechende Bild fiinden Sie zum Beispiel in diesem Artikel des Handelsblatt.

Wollte man sich auf das gleiche Niveau wie die Commerzbank begeben, müsste man hinzufügen: „… da bleibt eine Bank, aber die Mitarbeiter gehen“. Denn die Commerzbank plant den Abbau von 9600 Mitarbeiterstellen. Übrigens betrifft dies auch die Privatkundensparte.

Und wenn die Commerzbank sich schon auf ein solches bisher für die Bankenbranche unbekanntes Niveau begibt, ist wohl auch unsere ironisch gemeinte Überschrift erlaubt: „Zu viel Hoffnung..“

Aber es sind eben keine wie oben erwähnt normale Zeiten.

Denn auch wenn nun bald 8 Jahre seit der großen Bankenkrise vergangen sind, vertrat erst vor wenigen Wochen der Ökonom Martin Hellwig  folgende Meinung zu den Banken: „Ich glaube, dass es immer noch etliche Leichen in den Bilanzen gibt. Die Krise ist noch nicht abgearbeitet.“  Warum eigentlich so vorsichtig formuliert „glaube“, Herr Hellwig?  (1)

Es bleibt die Frage, ob wir uns so weiter durchmogeln, und alle Hoffnungen darauf setzen, dass die Niedrigzinspolitik hilft und der Staat im Zweifel weiter die Banken  rettet, oder ob es doch einmal zum Crash kommt. Wir hier im Büro vertreten beide Ansätze. Einer von uns (der Mann) glaubt an das Durchwursteln, die zweite Geschäftsführerin hält einen überraschenden Crash für durchaus denkbar.

Wie war das mit der weiblichen Intuition?

Als Volkswirt bin ich überhaupt kein Fan von Gold. Aber es geht ja nicht darum, was ich mir wünsche. Hellhörig macht aber, dass auch die seriöseren professionellen Investoren, immer wieder das Thema  Gold ins Spiel bringen. So wie jüngst Bill Gross, der einst den größten Rentenfonds der Welt managte und vor kurzem der vielleicht noch bekanntere Lord Rothschild .(2)

Gründe gibt es also genug, sich damit zu beschäftigen, in welchem Umfang und auf welche Art und Weise Gold in das Depot gehört. Dabei liegt die Betonung auf Art, denn es gibt unterschiedliche Möglichkeiten in Gold zu investieren. Un denken Sie daran, es gibt auch andere Möglichkeiten in reale Werte zu investieren.


Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag spiegelt sich unsere persönliche Einschätzung wieder. Sie stellt keine Anlageberatung dar.


(1) Capital: Staat soll Banken sanieren

(2) Die Presse.com: Märkte: Sogar Lord Rothschild ist ratlos

 

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