Hamburger Börse: Was bewegt den Handel mit „geschlossenen“ Offenen Immobilienfonds?

In diesen Tagen hat die Hamburger Börse Daten zum Umfang des Handels mit Offenen Immobilienfonds veröffentlicht. Eigentlich bezieht sich die Pressemitteilung generell auf den Umfang des Handels mit Investmentfonds. Da aber 9 von den 10 meist gehandelten Investmentfonds Offene Immobilienfonds sind, kann man diese Veröffentlichung durchaus zum Anlass nehmen, die Frage zu stellen, was den Handel mit Offenen Immobilienfonds bewegt?

Wobei wir in diesem Beitrag nur den Handel von Offenen Immobilienfonds betrachten, die sich in der Liquidation befinden. Was den Handel mit nicht in Liquidation befindlichen Offenen Immobilienfonds betrifft, werden wir in einem späteren Beitrag behandeln.

Zunächst lässt sich feststellen, dass an der Hamburger Börse eindeutig der Handel mit Offenen Immobilienfonds dominierte. Insgesamt betrug das Handelsvolumen 71 Mio. € im September 2016. Davon entfielen 50,26% auf die neun Immobilienfonds, die sich unter den ersten zehn aller gehandelten Investmentfonds befanden. Die Aufteilung in Mio. € zeigt die folgende Grafik:

03102016oifhhNicht verwunderlich ist, dass sich unter den gehandelten Fonds 4 Offene Immobilienfonds befinden, die sich in der Auflösung befinden. Aber immerhin entfielen 40,58% des Handels auf Fonds, die sich nicht in der Auflösung befinden:

03102016gakrBeim Handel der in Liquidation befindlichen Fonds ist zu fragen, ob eine Ursache in einer möglichen erwarteten weiteren negativen Wertentwicklung der Fonds lag. Die Zahlen lassen auf den ersten Blick vermuten, dass dies der Fall sein könnte. Mit Ausnahme des KanAm grundinvest hatten alle Fonds seit Jahresbeginn bis Ende August negative Wertentwicklungen zwischen -2,41% und -4,29% zu verzeichnen. Allerdings konnten im August alle Fonds mit Ausnahme des  SEB ImmoInvest (-0,09%) eine stabile Entwicklung zwischen 0% und +0,1% verzeichnen. Die folgende Grafik veranschaulicht, dass die stärksten negativen Wertentwicklungen Anfang des  Jahres entstanden sind.

03102016hhoi5Eine eindeutige Korrelation zwischen der Wertentwicklung der Fonds innerhalb des Jahres 2016 und dem Handelsvolumen lässt sich nicht erkennen. Es wäre auch unserer Meinung nach falsch, die Wertentwicklung einzelner Monate und im Trend als Entscheidungsbasis zu nehmen. Denn die Wertentwicklung – bezogen auf den von der Kapitalgesellschaft veröffentlichten Wert, nicht den Börsenwert – wird gerade bei in Liquidation befindlichen Fonds von den im Laufe der Zeit erzielten Verkaufserlösen bestimmt. Aufgrund der hohen Transparenz der Offenen Immobilienfonds lässt sich recht gut abschätzen, inwieweit Verkäufe mit positiven oder negativen Ausgang die Wertentwicklung bestimmt haben. Von daher lässt sich vermuten, dass hier gut informierte Marktteilnehmer auf der Käuferseite agiert haben, die möglicherweise auf Verkäufer getroffen haben, die nur die überwiegend schlechte aufsummierte negative Wertentwicklung wahrgenommen haben.

Dies soll nun aber nicht bedeuten, dass Besitzer Offener Immobilienfonds, die sich in Liquidation befinden, diese keinesfalls mehr verkaufen sollten. Denn erstes basiert unsere vorgenannte Aussage auf einer Vermutung und zweitens können sich auch „gut“ informierte Käufer täuschen.

Auch ist zu bedenken, dass eine Betrachtung allein des Handels an der Hamburger Börse nicht den gesamten Handel betrifft, denn es gibt viele weitere Handelsplätze.

Aus dem Vorgenannten ergibt sich, dass dieser Beitrag also weder eine Empfehlung zum Kauf, noch zum Verkauf der genannten Offenen Immobilienfonds darstellt.

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