Der bekanntesten Rentenfondsmanager, Bill Gross, mag seine Anlageklasse nicht mehr.

Wenn ein Aktienfondsmanager gerade einmal wieder Aktien empfiehlt, mag sich mach einer fragen, ob nicht doch Eigeninteressen dahinter stehen. Natürlich wird wohl kaum ein Fondsmanager die Anleger absichtlich hinters Licht führen, aber eine gewisse Skepsis mag leicht bleiben.

Um so überraschter waren wir von der Aussage eines der bekanntesten Fondsmanager der Welt aus einem anderen Anlagebereich. Bill Gross verwaltete, nachdem er erst 1971 die Kapitalanlagegesellschaft PIMCO gegründet hatte, den PIMCO Total Return Fonds, der laut Wikepedia mit einem Volumen von 236 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011 der weltweit größte Anleihefonds  oder Rentenfonds war. Zwar hat er 2014 Pimco verlassen, blieb aber seinem Spezialgebiet, den Renten (festverzinslichen Wertpapieren) treu. Aktuell managet er den Janus Global Unconstrained Bond Fund, einen Investmentfonds mit einem Volumen von 1,5 Mrd USD, der der Fondskategorie Internationale Renten zugeordnet wird.

Was hat uns nun so überrascht?

In seinem monatlichen Anlageausblick Anfang August schrieb Bill Gross:

„Ich mag keine Anleihen; ich mag die meisten Aktien nicht; ich mag kein Private Equity …“ (1)

Bill Gross gehört nicht zu den typischen Fondsmanager, was auch daraus ersichtlich wird, dass er sich immer wieder auch zu wirtschaftlichen Themen äußert, die nicht sein eigentliches Berufsfeld betreffen. Obwohl er selbst sicherlich zu den sehr Vermögenden gehört, hat er zum Beispiel im November 2013 höhere Steuern für Reiche in den USA gefordert (2). Und als ein solcher über den Tellerand blickender Beobachter der Finanwelt scheut er sich auch nicht, nur Aussagen zu treffen, was er nicht mag, sondern auch was er mag:

Er, der Manager eines Rentenfonds,  empfiehlt Anlegern in Gold und Immobilien zu investieren (1).

Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie sich sein aktueller Fonds im Vergleich zu Gold entwickelt hat:

28082016bggZunächst einmal zeigt die Grafik, dass obwohl Bill Gross aktuell nicht die von ihm verwaltete Anlageklasse Renten empfiehlt, er in seinem Segment überdurchschnittlich erfolgreich ist. Hinter seiner Aussage kann also wohl kaum der Frust eines dem Markt hinterher laufenden Fondsmanager stehen. Zudem konnten sich die Ergebnisse seines Fonds im 2. Halbjahr 2015 durchaus mit einer Anlage in Gold messen. Anders stellt sich das Ergebnis im ersten Halbjahr 2016 dar. Hier ist trotz Schwankungen die Wertentwicklung von Gold deutlich besser.

Noch interessanter ist die Entwicklung seines Fonds im Vergleich zu einem Goldfonds (hier: HansaGold) ab Anfang August. Wenn Bill Gross Anfang August seinen Ausblick über die Anlagemärkte veröffentlicht hat, ist anzunehmen, dass auch die unmittelbar im Juli vorausgehende Entwicklung seines Marktes/Fonds und des Goldes in die Betrachtung eingeflossen sind. Und dies war nun eindeutig kein Zeitraum, in dem Gold sich nach oben entwickelte:

28082016bg2Nachdenklich macht dies schon.

Sie selbst sollten trotz allem aber bei Ihren Anlageentscheidungen  bedenken, dass natürlich auch Gold große Wertschwankungen hat und Sie folglich auch mit einer Anlage in Gold Verluste machen können. Setzen Sie also niemals alles auf ein Pferd und verstehen Sie diesen Beitrag nicht als Anlageempfehlung.


Finanz und Wirtschaft: Bill Gross: «Ich mag keine Anleihen, ich mag keine Aktien»

Finews- guruwatch:  Im Zeitalter des goldenen Dagobert Duck

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