Crash-Prophet Max Otte versagt im Praxistest. Aber Morningstar hat auch nicht vollkommen Recht.

Was für eine Medienressonanz! Wahrscheinlich fast ebenso stark, wie immer dann, wenn Prof. Max Otte vom Chrash spricht. Nur diese Pressemeldungen hat er sich wahrscheinlich nicht gewünscht. Worum geht es?

Natalie Wolfstetter, Analystin des bekannten Fondsratingunternehmen Morningstar trifft folgendes hartes Urteil:

„kein Mainstream, durchaus abenteuerlich“ (1)

Die Ursache in der schlechten Performance sieht sie darin, dass Max Otte  mit seinen beiden Investmentfonds  PI Global Value Fund und dem Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI P zu viel in konjunktursensible Werte, zu viel in Finanztitel und zu früh in Rohstoffe investiert hat.

Unabhängig vom Erfolg oder Misserfolg der beiden Investmentfonds – dazu kommen wir später – muss man Herrn Otte zugutehalten, dass er den Crash 2008 richtig vorhergesehen hat. Nur muss er dann immer fort und immer intensiver auf dieser Welle reiten, was so weit geht, dass er bezogen auf die westliche Welt im Dezember 2014 von einem „gewissen Endspielcharakter“ spricht? (2). Zugegeben, auch wir blicken nicht immer optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft des Westen. Dies hat aber einige andere Gründe, wie zum Beispiel eine gewisse Innovationsfeindlichkeit und mangelnder Wille, die positiven Seiten der Digitalisierung zu sehen. Aber das ist ein anderes Thema, und zu derart grundsätzlichen Fragen veröffentlichen wir in der Regel auf unserem Blog finanzenlounge.

Hier bleiben wir beim Thema Geldanlage und fragen lieber, ob die großen wirtschaftlichen (Endzeit-)Positionen, die Prof. Otte einnimmt, damit konsistent sind, wie er in seinem Fonds investiert. Denn es ist ja zu vermuten, dass er die Investitionen seiner Fonds auf seine großen negativen Szenarien ausrichtet.

Aber ist es tatsächlich sinnvoll, in Finanzwerte und konjunkturabhängige Werte zu investieren, wenn ein Crash (Endzeitcrash!) bevorsteht. Herr Otte sagt ja, der Crash kommt. Er sagt nicht, der Crash könnte kommen. Letzteres wäre jedenfalls grundsätzlich richtig; ein Konjunktiv geht immer 🙂 .  Aber glaubt Herr Otte wirklich, dass im Crash Finanzwerte und konjunkturabhängige Aktien die erste Wahl sind? Das wäre in der Tat „abenteuerlich“.

By the way: Da ist das Haus Flossbach von Storch, welches ja auch nicht positiv in die Zukunft blickt, mit seinem Aufbau großer  Positionen in physischem Gold, konsequenter – und hatte auch ein gutes Timing.

Was ist nun mit der Aussage der Morningstar-Analysten, seine Fonds seien kein Mainstream? Dazu ein Blick auf die Performance. Meist werden seine Fonds in die Kategorie „Internationale Aktien“ eingeordnet. Das ist aber nicht ganz korrekt. Zumindest den Fonds Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI P könnte man auch in die Kategorie Mischfonds einstufen, denn dieser Fonds kann auch in Anleihen investieren. Allerdings bevorzugt Prof. Otte eindeutig Aktien, so war er Ende März 2016 zu 99,9% in Aktien investiert (Quelle: FVBS)

Vergleicht man nun seine beide Fonds mit dem Durchschnitt der  international anlegenden Aktienfonds war seine Fonds doch fast Mainstream, denn der Verlauf seiner Fonds ähnelt mit Ausnahme einer Delle im dritten Quartal 2014 doch sehr dem Durchschnitt aller Aktienfonds:

07062016m01

 

Es scheint, als sei es leicht einen  Crash vorher zu sagen, aber dies gibt dem Untergangspropheten nicht zugleich die Fähigkeit, geeignete Strategien zu finden, um den Untergang „zu überleben“.

(1) FondsProfessionell: Morningstar findet Max-Otte-Fonds „abenteuerlich“

(2) Wirtschaftswoche: Börsenprofessor Max Otte „Das Ganze hat einen gewissen Endspielcharakter!”

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