Frage am Rande (an einen Kapitalmarktstrategen einer bekannten Investmentfondsgesellschaft)

Am Rande einer Veranstaltung für freie Finanzberater in Hamburg konnte ich dem Kapitalmarktstrategen Philipp Vorndran der Flossbach von Storch AG, die vielen Privatanlegern durch Ihren Investmentfonds Flossbach von Storch SICAV – Multiple Opportunities R bekannt sein wird, eine Frage stellen, die ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit Fondsmanagern und Vertretern von Investmentfonds stelle:

Wie beurteilen Sie die Liquidität auf dem Markt der Unternehmensanleihen?

Hintergrund: Seit einiger Zeit sind immer wieder Warnung vor der Illiquidität dieses bedeutenden Marktes zu lesen. Eine Sammlung von verschiedenen Artikeln finden Sie hier in unserem Blog finanzenlounge. Und es ist fast natürlich, Parallelen zu den umfangreichen Schließungen der offenen Immobilienfonds zu sehen.  Diese hatte viele Privatanleger überrascht, die plötzlich nicht mehr an ihr Geld aus diesen Investmentfonds gekommen sind. Wenn tatsächlich eine Illiquidität in diesem Markt besteht (was mir einige Fondsmanager in persönlichen Gesprächen bestätigt haben), könnte dies bei einer plötzlichen massiven Verkaufswelle dazu führen, dass auch Investmentfonds, die stark in Unternehmensanleihen investiert sind, ihre Kunden nicht zum gewünschten Zeitpunkt auszahlen können. Also eine berechtigte Frage für jeden Anleger, dem eine jederzeitige Verfügbarkeit über seine Gelder am Herz liegt.

Die Antwort von Herrn Vorndran fiel überraschenderweise etwas anders aus, als die bisherigen Antworten, die ich erhalten habe. Antwort sinngemäß:

In Europa sähe er eher die Gefahr einer Illiquidität an den Märkten als in den USA. Und darüber hinaus sähe er eher die Probleme auf der Ankaufsseite als auf der Verkaufsseite. Sein Haus würde aber bei der Auswahl von Unternehmensanleihen darauf achten, dass man diese bis zum Laufzeit der Papiere halten könne.

Beinhaltet der letzte Satz nun doch eine Einschränkung der Einschätzung oder ist es nur ein Zeichen für die grundsätzliche Qualität der gekauften Unternehmensanleihen? Das ist keine rhetorische Frage, denn es ist beides möglich. Von außen ist es schwer die Situation endgültig zu beurteilen. Uns verwundern nur viele Aussagen, die in der Presse zu finden sind. Jeder Anleger sollte diese Thematik mit seinem Berater eingehend besprechen, um für sich selbst eine Einschätzung zu finden.

Generell  sollte beachtet werden, dass sich ein Anleger nicht nur zwischen den gegensätzlichen Polen Risiko und Rendite entscheiden muss, sondern auch immer den Liquiditätsaspekt zusätzlich in seine Anlageentscheidung einbeziehen sollte.


Disclaimer: Treffen Sie anhand dieses Beitrages keine Anlageentscheidung. Fragen Sie dazu grundsätzlich einen geeigneten Berater und orientieren Sie sich bei Investmentfonds an den offiziellen Verkaufsunterlagen. Diese Frage betrifft meiner Einschätzung nach auch nicht (aktuell) den oben genannten Fonds, der zur Zeit nur gering in Unternehmensanleihen investiert ist. Und auch daher ist aus diesem Beitrag keine Empfehlung zum Verkauf (oder Kauf) abzuleiten. Dieser Beitrag ist als neutral in Hinblick auf die Produkte von Flossbach von Storch zu verstehen. Wie dargelegt frage ich hierzu bei jeder Gelegenheit bei allen Investmentfondsgesellschaften nach.

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