Sell in May and go away – nur wohin?

„Draghi setzt uralte Börsenregel außer Kraft“ so lautet ein lesenswerter Beitrag der Zeitung „Die Welt“ (1). Obwohl das Investieren nach saisonalen Mustern den Anlegern seit Mitte 2005 bis heute fast 50% mehr Gewinn erbracht hätte als eine Anlage im DAX, wird jetzt davor gewarnt, diesen Ansatz weiter zu verfolgen. Der Grund: Die Niedrigzinspolitik der EZB macht es einfach zu teuer für einige Monate aus dem Markt auszusteigen, um dann nach der „Sommerflaute“ wieder in den Aktienmarkt einzusteigen. Denn schließlich kostet Kauf und Verkauf Geld und diese Kosten könne man in der Zwischenzeit mit einer risikolosen Anlage am Geldmarkt nicht mehr erwirtschaften. So mag „Sell in May“ noch stimmen, aber auf die Aufforderung „and go away“ bleibt die Frage, wohin gehen?

Es mag einiges für diese Argumentationskette sprechen, wenngleich die Frage bleibt, ob es in der Zwischenzeit nicht andere Anlagealternativen zu den Aktien gibt als den Geldmarkt. Dann wären wir aber bei der Frage, ob auch heute noch gleiche Korrelationsmuster gelten wie in der Vergangenheit. So hieß es immer, wenn Aktien im Kurs fallen, steigen die Rentenpapiere. Diesen Punkt wollen wir aber hier nicht thematisieren. Uns geht es, darum einem Wort und ein Worteil der Artikelüberschrift zum Anlass zu ehmen, um auf etwas Grundsätzliches für die Wahl ihrer persönlichen Anlagestrategie hinzuweisen:

„Draghi setzt uralte Börsenregel außer Kraft“

Sie kennen wahrscheinlich die Warnhinweise in Analysen und Verkaufsunterlagen für Geldanlage-Produkte: Vergangenheitswerte sollten nicht so verstanden werden, dass von diesen verlässlich auf die Zukunft geschlossen werden kann“. Dies gilt natürlich nicht nur für einzelne Formen der Geldanlage, wie zum Beispiel für den Investmentfonds XY, sondern auch für Geldanlage-Strategien. Regeln kennt man aus Spielen, aber auch im Zusammenleben. Sie haben aber immer nur eine Bedeutung, wenn dabei bestimmte Rahmenbedingungen gelten. Ändern sich diese Rahmenbedingungen, führen die bisherige Regeln eben nicht mehr automatisch zum Erfolg. Geänderte Rahmenbedingungen erfodern also andere Regeln oder besser ausgedrückt andere Strategien. Dies ist ein Grund dafür, dass sogenannte Evolutionäre Anlagestrategien jetzt in den Vordergrund rücken. Mehr dazu können Sie hier auch in unserem Blog finanzenlounge lesen: „Hundertwasser, Ökonomie und evolutionäre Anlagenstrategien“ lesen.

Übrigens haben wir bereits im Jahr 2011 in einem anderen Zusammenhang in einer Informationsschrift aufgezeigt, wie geänderte Rahmenbedingungen zu deutlichen Veränderungen an den Aktienmärkten führen können:

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Damals ging es um die Auswirkungen der Globalisierungen und damit verbundenen neuen Marktteilnehmer auf den Geldanlagemärkten. Neue Marktteilnehmer mit anderem kulturellen Hintergrund haben dazu geführt, dass einige typische Muster auf den Anlagemärkten ihre Bedeutung verloren haben oder nur noch eingeschränkt gelten. Rahmenbedingungen hatten sich geändert, und nichts war mehr ganz so wie früher. Und Ähnliches erleben wir jetzt aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB.

Die Broschüre können Sie übrigens kostenfrei bei uns abfordern: Kontakt


(1) Die Welt: „Draghi setzt uralte Börsenregel außer Kraft“

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