Immobilien ist der Zug abgefahren?

Mit einem doppelten H will sich der Fondsmanager Peter E. Huber einmal wieder ins Gespräch bringen. „Helikoptergeld könnte Hyperinflation verursachen“.  Und er würzt diese Aussage noch mit etwas Verschwörungstheorie ohne dabei den Untergang der Finanzwelt unerwähnt zu lassen: „Dies ist kein Zufall, wurden sie doch von Politik und Notenbanken initiiert, um die Reaktion der Öffentlichkeit zu testen und diese auf das bevorstehende ‚Endspiel‘ vorzubereiten“ (1)

Und was empfiehlt er? Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe. Also das, was allgemeinhin als Sachwerte bezeichnet wird. Allerdings hinter den Sachwert schlechthin, die Immobilie, setzt er ein Fragezeichen:  „Ist der Zug hier doch schon abgefahren.“

Nun, Herr Huber empfiehlt eben das, was sein Geschäft ist. Und StarCapital, dessen Vorstand Herr Huber auch ist, bietet nun einmal Investmentfonds an, die unter anderem in Aktien investieren.

Objektiver ist da vielleicht jemand, der keine Anlageprodukte anbietet, wie der ehemalige Präsident des ifo-Instituts, Prof. Hans-Werner Sinn. Allerdings mit Blick auf das Niedrigzinsniveau und dessen möglichen Folgen, verweist  er auf die Entwicklung Japans, das nun schon jahrzehntelang mit Niedrigzinsen leben muss. Dort sind in dem Zeitraum von 1990 bis heute, also innerhalb von 26 Jahren die Immobilienpreise um 60% gefallen. Und dies könne auch in Deutschland geschehen, wenn es keine Änderung bei der Nullzinspolitik geben würde. Immerhin gesteht Prof. Sinn zu, dass bis zum Platzen der Immobilienblase auch 15 Jahre vergehen können. (2)

Es gibt aber einen Dritten im Bunde, wieder jemand, der keine Geldanlagen anbietet. Anders als Prof. Sinn gibt er aber keinen Ratschlag an die Politiker und Zentralbanken, sondern empfiehlt auch den Anlegern eine Strategie. Es handelt sich um Thorsten Hens, Professor an der Universität Zürich, und Vertreter der Idee der evolutionären Finanzmärkte. Ganz im Sinne der in der Evolution überlebenden Wesen, gilt es sich geänderten Rahmenbedingungen anzupassen, bzw. diese optimal zu nutzen. Und natürlich haben extrem niedrige Zinsen auch Vorteile und zwar für denjenigen der Kredite aufnimmt:

„Wer bei den tiefen Zinsen über den Anlagenotstand jammert, anstatt Kapital produktiv einzusetzen, ist selber schuld. Es gibt verschiedene Varianten, vor allem für Grossanleger. Man kann in Produkte investieren, die einen Hebel haben, oder man kann Geld leihen und dieses wiederum investieren, etwa in Aktien.“ (3)

Aktien auf Kredite zu erwerben, birgt aber grundsätzlich sehr hohe Risiken, weil sich die Kurse der Aktien sehr schnell ändern können und die Banken dann im ungünstigen Fall den Kredit kündigen. Daher raten  wir Anlegern in der Regel  von dieser Strategie ab. Aber warum sollten an dieser Stelle nicht doch noch einmal  Immobilien in das Spiel kommen. Sollte der Fondsmanager, Herr Huber, tatsächlich Recht haben und sollte eine Hyperinflation kommen, so scheinen Immobilien dann doch eine gute Wahl, selbst wenn diese heute nicht mehr so preiswert wie vor einigen Jahren sind. Sollte aber Prof. Sinn richtig liegen  und sollten in Deutschland die Immobilien einmal so stark im Preis sinken wie in Japan, so könnten Immobilienkäufer  dennoch ohne Verluste dastehen. Zum Beispiel dann, wenn Sie aufgrund einer sehr zinsgünstigen Finanzierung und guter laufender Erträge für die Immobilie per Saldo weniger als 30% des Kaufpreises zahlen. Selbst bei 60% Wertverlusten, würde sich dann noch ein Plus von 10% ergeben. Damit muss der Ratschlag von Prof. Hens, nicht nur für Grossanleger gelten, wenn man diesen Ratschlag nicht auf Aktien bezieht sondern auf Immobilien überträgt, die zum Teil für weniger als 100.000 € zu erwerben sind.

Eine Immobilie erwerben und weniger als 30% des Kaufpreises zahlen? Das kann niemals gehen, sagen Sie jetzt vielleicht? Doch es kann gehen, wenn einige Annahmen zu treffen. Ein Beispiel hierfür ist unsere Immobilie des Monats > LINK (die Seite wird regelmäßig aktualisiert, zu einem späteren Zeitpunkt, kann es also sein, dass Sie dort andere Immobilieninformationen finden).

17042016SA

Beachten Sie aber, dass grundsätzlich jede Anlage Risiken beinhaltet. Dies gilt immer in verstärktem Ausmaß, wenn Sie eine Geldanlage (auch eine Immobilie) auf Kredit erwerben. In diesem Fall können die Verluste auch das eingesetzte Kapital übersteigen. Weil wir weder ihre persönliche Einstellung zu Risiko und Chancen kennen, noch wissen in welchem Umfang Sie mögliche Verluste tragen können, sehen Sie diesen Beitrag bitte nicht als Anlageempfehlung an.


 

(1) Citywire: StarCapitals Huber: Helikoptergeld könnte Hyperinflation verursachen, 12.4.2016 

(2) Die Zeit, Nr. 17, 14.4.2016, Man schaue sich Japan an

(3) Neue Zürcher Zeitung, Investieren im Tiefzinsumfeld 12/12

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