Feinheiten bei der Fondsauswahl mit großen Wirkungen: Währungen

Ob eine Investmentfondsanlage zu den Jahresgewinnern gehört oder nicht, hängt nicht nur von der gewählten Anlageklasse ab, also davon, ob Sie einen Investmentfonds wählen, der in Aktien oder Rentenpapiere (festverzinsliche Wertpapiere) oder eine andere Anlageklasse wie zum Beispiel Immobilien investiert. Einen starken Einfluß auf das Ergebnis hat auch, wie in dem Fonds mit den Währungsdifferenzen umgegangen wird. Wie wir zeigen werden, macht dieser Effekt oft die Hälfte der Gesamtrendite aus.

Sind Sie mit Ihrem Fonds zum Beispiel im amerikanischen Aktienmarkt investiert, so hängt Ihr persönliches Ergebnis davon ab, ob die Rendite Ihres Fonds nur die Wertentwicklung des US-Marktes widerspiegelt und dabei Kursgewinne und/oder Kursverluste des US-Dollars zum Euro (weitgehend) eliminiert werden. Dies ist durchaus bei vielen Investmentsfonds möglich. Man spricht dann von währungsgehedgeten Fonds. Es gibt aber eben auch viele Fonds, die nicht währungsgehedget sind. In diesem Fall wird das Ergebnis des US-Fonds einfach in die Eurowährung umgerechnet. Man kann also doppelt gewinnen.  Hat sich der US-Aktienmarkt positiv entwickelt, spiegelt sich dies in der Wertentwicklung des Investmentfonds wider. Sollte zusätzlich der US-Dollar im Vergleich zum Euro an Wert gewonnen haben, ergibt sich ein zusätzlicher Währungsgewinn. Es kann natürlich auch anders herum laufen. In einem solchen Fall könnte – bei einem nicht währungsgehedgeten Fonds – ein Teil der Aktienmarktgewinne durch Kursverluste verloren gehen.

Sie meinen jetzt vielleicht: Zu kompliziert und zu geringe Auswirkungen?

Etwas kompliziert ist dies schon. Aber die Auswirkungen der Währungsschwankungen sind beträchtlich, dass Sie dieses Thema unbedingt beachten sollten.  Dies schon deshalb weil ein und derselbe Investmentfonds häufig währungsgehedget und nicht währungsgehedget angeboten wird. Man ersieht dies oft nur an zusätzlichen Buchstabenkürzeln hinter dem eigentlichen Fondsnamen.

Um die Bedeutung der Währungen aufzuzeigen, haben wir für Sie einmal die besten Anlageklassen der Jahre seit 2005 in nicht gehedgeter Form, also das Ergebnis nach Umtausch der Landeswährungen in den Euro zusammengestellt. „Gewinner“ in den einzelnen Jahren waren folgende Anlageklassen:

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Betrachtet man aber die „reine Marktrendite“ in den jeweiligen Landeswährungen, so sieht man dass diese deutlich geringer oder höher ausfallen können:

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Ausgehend hiervon kann man errechnen, wie hoch der Anteil des Gesamtgewinns eines Anleger in nicht währungsgehedgeten Anlagen durch die Wechselkursdifferenzen war. In zwei der 10 betrachten Jahre entstand mehr als die Hälfte des Gewinns  des Euro-Anlegers durch Wechselkursgewinne. Aber auch in einem der Jahre machte der negative Performancebeitrag der Währungen mehr als 50% aus:

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