Wo das Geld so hin fließt – Interpretationsansatz für unterschiedliche Mittelzuflüsse in Investmentfonds

Vor kurzem wurde eine Aufstellung der Investmentfonds mit den größten Mittelzuflüssen in 2015 veröffentlicht (1). Allein 5 Investmentfonds konnten im vergangenen Jahr Nettomittelzuflüsse von rund 23 Milliarden verzeichnen.

Lässt sich aus diesen Daten ein Trend ablesen?

Bei diesen 5 Fonds handelte es sich um einen klassischen weltweit anlegenden Rentenfonds, einen Rentenfonds, der explizit Long- und Short-Anlagestrategien verfolgen kann. Dieser Fonds hat also auch grundsätzlich die Chance bei fallenden Kursen zu verdienen. Die weiteren Fonds waren: Zwei Mischfonds, wovon einer der beiden Fonds wiederum im größeren Umfang die Möglichkeiten von Long-Short-Strategien verfolgen kann und einem typischen (echten) Multi-Asset-Fonds.

Renten- und Mischfonds kann man mit Einschränkungen den klassischen altbekannten Anlageformen zuordnen (Renten, also festverzinsliche Wertpapiere und zusätzlich Aktien in den Mischfonds). Long-Short-Fonds nutzen zwar auch diese Anlageklassen, sie können aber zusätzlich Derivate einsetzen. Sehr vereinfacht gesagt werden hierzu Wetten auf Kursentwicklungen abgeschlossen, wobei die zugrundeliegenden Wertpapiere zum Teil gar nicht gekauft werden müssen. Verständigt man sich auf diese einfache Erklärung, so könnte man diese Strategien als erweiterte Anlagestrategien bezeichnen, so wie auch Multi-Asset-Fonds ( viele verschiedene Anlageklassen weit über Aktien und Renten hinaus) eine erweiterte Anlagestrategie darstellen.

Warum gibt es Anleger (private und institutionelle Anleger), die  eine erweiterte Anlagestrategien verfolgen?

Sehr vereinfacht gesagt tun sie dies, wenn die klassischen Anlageformen wie Aktien und festverzinsliche Wertpapiere zu riskant sind und/oder zu wenig Rendite erwarten lassen. Eine Garantie, dass erweiterte Anlagestrategien besser sein werden, gibt es natürlich nicht.

Welche Strategien haben die Anleger, die in den 5 Fonds mit den größten Mittelzuflüssen in 2015 überwiegend verfolgt? Dargestellt sind die Mittelzuflüsse in %:

19012016fmz

 

Bei den betrachteten Fonds handelt es sich um:

PIMCO GIS Income
BSF Fixed Income Strategy
Nordea Stable Return
JPM Global Income
SLI Global Absolute Return Strategies

Diese Fonds weisen eine Risikoklasse von 2 oder 3 auf. Die Risikoklassenskala weist mit 1 die geringste Risikoklassen und mit 5 die höchste auf. Es handelte sich also um Investitionen, denen wahrscheinlich eher ein gewisser Sicherheitsgedanke zugrundelag.

Trend?

Wenn diese Annahme zutrifft, scheinen viele Investoren die Annahme zu hegen, dass sich „Sicherheit“ nur mit einem „erweiterten“ Anlagespektrum erreichen lässt. Dieser mögliche Trend lässt sich dann auch aus den Mittelzuflüssen erklären.

Nachsatz: Dies scheint uns auch ein Grund für einige Soft-Closings in jüngster Zeit bei anderen Fonds mit „erweiterten“ Anlagestrategien. Hierzu werden wir noch in späteren Beiträgen berichten.


 

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Finanzanlyse dar. Wir treffen hier keine Aussage die dahingehen, dass klassische oder erweiterte Anlagestrategien besser sind. Wir geben nur eine möglichen Erklärungsansatz für Mittelzuflüsse in Investmentfonds. Schon weil es weitere Erklärungsansätze geben kann, ist dieser Beitrag nicht ausreichen um eine anlageentscheidung zu treffen.

 

(1) Citywire veröffentlichte die Daten. Wir haben diese weiter aufbereitet.

 

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