Was es an Rendite kosten kann, die Anlagestrategie nur am Index auszurichten

Es sind ja immer wieder Empfehlungen zu hören, statt eines aktiv gemanagten Fonds einen kostengünstigere Indexfonds zu wählen, weil kein Fondsmanager dauerhaft oder auf lange Sicht den Index schlagen könne. Diese Aussage wollen wir nicht bestreiten. Der Empfehlung aber sollte nicht ohne weiteres gefolgt werden, wie wir hier anhand einer Indexstrategie für den amerikanischen Aktienmarkt zeigen.

Zunächst einige generelle Gründe, die gegen eine Indexstrategie sprechen können:

  1. Nur wenige Anleger haben einen sehr langen Anlagehorizont
  2. Natürlich hätte jeder gerne den höchstmöglichen Gewinn, aber nicht um jeden Preis
  3. Rendite ist für einen Anleger also nicht das alleinige Entscheidungskriterium

Zu dem gilt zu bedenken, dass es einen relativ hohen Gewinnzuwachs erfordern kann, um zwischenzeitliche eingetretene Verluste auszugleichen. Vor allem aber beeinhalten die großen Aktienindizes sehr viele unterschiedliche Branchen. Weil sich selten alle Branchen gleich entwickeln, hat der Anleger fast immer neben Gewinnern auch Verlierern in seinem Depot. Für das vergangene Jahr lässt sich dies gut an einem Aktienindex zeigen, der einen wirklich großen Aktienmarkt abbildet, den S&P 500. Dieser deckt fast 75% des amerikanischen Aktienmarktes ab.

Der US-Aktienmarkt entwickelte sich aber 2015 bezogen auf die einzelnen Branchen sehr unterschiedlich:

Gewinner waren

  • Konsum
  • Gesundheit
  • Technologie

Diese Gewinne betrugen zwischen 5% bis 10%, immerhin. Allerdings gab es auch Verlierer, hierzu gehörten unter anderem

  • Rohstoffe
  • Energie

mit Verlusten zwischen knapp 10% bis 25% (1).

Wir wagen jetzt einmal die Behauptung, dass die Verluste dieser beiden Sektoren zumindest dann wahrscheinlich waren und damit absehbar waren, wenn man unterstellt, das Aktienkurse mit der realwirtschaftlichen Entwicklung zusammenhängen. Und 2015 war nun wirklich kein Jahr, in dem sich gutes wirtschaftliches Wachstum abzeichnete. Allein der Anteil der „Energie“ machte aber rund 6% am S&P 500 aus.

Was dies für indexorientierte Anleger bedeutet hat, lässt sich ganz einach mit einem Dreisatz ausrechnen:

6% Anteil Energie * 25% Verluste ergibt 1,5%-Punkte Verluste.

Der S&P 500 schloß 2015 mit ca. 0,9% Verluste. Das vermeiden nur eines Sektors hätte dagegen zumindest zu einem kleinen positivem Ergebnis geführt.

Übrigens: Auch wenn Energie ein Sektor mit absehbarem Verlustpotential war, kann man natürlich eine konträre Strategie fahren, und (zeitweise!) auf diesen Sektor setzen. Dies hatten wir auch bei einer unser unterschiedlichen Anlagestrategien getan. Weil wir aber bei unseren diversen Anlagestrategien flexibel reagieren, mussten unsere Kunden, die diese Strategie gewählt hatten nur 1,37% Verluste im Energiesektor verzeichnen statt 25%.


 

(1) Business Insider : Saying stocks went nowhere in 2015 would be a horrible oversimplification


 

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageempfehlung dar. Vergangenheitsergebnisse (auch unsere) bieten keinerlei Gewähr für zukünftige Entwicklungen.

 

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