Droht eine Immobilienblase? Überraschende Ergebnisse einer neuen Studie

Immobilien sind eine der begehrtesten Anlagearten, besonders in Zeiten eines unsicheren Finanzsystems. Um dieses System zu stabilisieren (und natürlich auch um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln) wurden die Zinsen gesenkt. Gesunkene Zinsen erleichterten den Immobilienerwerb zusätzlich. Dies hat zu steigenden Immobilienpreisen geführt.

Die Frage, ob eine Immobilienblase droht, hat von daher eine gewisse Berechtigung.

Allerdings stellt die Wirtschaft ein äußerst komplexes System dar, indem fast niemals eine sowohl positive als auch negative Entwicklung auf eine einzige Ursache zurückgeführt werden kann. Um also die Frage zu beantworten, ob die (zumindest in Europa) anhaltend niedrigen Zinsen zu einer Immobilienblase führen können, sind entsprechend umfangreiche makroökonomische Berechnungen erforderlich.

Solche Berechnungen haben Ökonomen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in einer relativ wenig beachteten Studie durchgeführt und im Dezember diesen Jahres veröffentlicht: „What causes housing bubbles? A theoretical and empirical inquiry“ (1).

Alle untersuchten Daten deuten darauf hin, dass es falsch ist, eine Immobilienblase ausschließlich auf das Gelddrucken der Zentralbanken zurückzuführen. Dies gilt selbst für die Hauspreisblase in den USA, die bekanntlich zur großen Finanzkrise 2008 führte.

Wichtiger als der Blick zurück ist aber der Blick nach vorne und auch hier stellen die Forscher fest, dass niedrige Zinsen allein nicht zu einer Immobilienblase führen müssen. Dies gilt auch für Deutschland. (Fast) im Gegenteil:

„Wenn der langfristige Zins dauerhaft niedriger ausfällt, etwa weil die Weltwirtschaft insgesamt langsamer wächst, so ist ein höherer Immobilienpreis gerechtfertigt“, sagt Sebastian Dullien. Anleger verglichen die Mietrendite mit jener alternativer Anlagen. Wenn die Zinsen auf Anleihen dauerhaft geringer ausfielen, sei es so nur natürlich, dass Hauspreise stiegen, … „ (2)

Eigentlich eine sehr logische Aussage. Bei relativ gleich bleibenden Mieten und gestiegenen Immobilienpreisen sinkt die Mietrendite, aber selbst dann ist der Ertrag aus Immobilien im Vergleich zu konventionellen Geldanlagen immer noch sehr hoch. Was bedeutet, dass die Preise eben doch nicht überhöht sind.

 

(1) Link zur Studie: „What causes housing bubbles? A theoretical and empirical inquiry“

(2) Die Immobilie:  Forscher dämpfen Angst vor Preisstürzen durch Niedrigzins

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