Inflation in der Eurozone: Fakten und Munkeln – Und was dies für Ihre Geldanlagen bedeutet.

Laut einem Pressebericht aus der Welt (1) rechnen viele Fachleute damit, dass die EZB ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen von monatlich 60 Milliarden € auf 80 Milliarden € erhöhen könnte. (Das war das Munkeln). Hintergrund ist, dass die Inflationsrate der Eurozone im September (auf Jahresbasis, als im Vergleich zum Monat September 2014) um 0,1 % gesunken ist. Übrigens lag die gesamte Inflationsrate der Eurozone im Monat August bei 0,1 %. Das waren die Fakten. Wobei man hier mit dem Ausdruck Fakt insoweit vorsichtig sein sollte, als dies eine durchschnittliche Preissteigerungsrate für einen festgelegten Warenkorb ist. Je nach persönlicher Situation können sich natürlich andere Preissteigerungsraten ergeben.

In diesem Zusammenhang ist es natürlich wichtig zu wissen, was der Hauptgrund für die erneut gesunkene Inflation ist? Im Wesentlichen sind dies die um 8,9 % gesunkenen Energiekosten. Dass zum Beispiel die Rohölpreise derart stark gesunken sind, wird man aber wahrscheinlich kaum direkt mit der niedrigen Inflationsrate der Eurozone begründen können. Gründe für die gesunkenen Ölpreise liegen sicherlich in der gesamtweltwirtschaftlichen Situation und zum Teil auch in dem Wechselkurs Euro/US-Dollar.

Vor diesem Hintergrund scheint es fraglich, ob eine Ausweitung der Anleihekäufe der EZB und damit eine Ausweitung der Geldmenge hier das richtige Mittel ist. Höchstens indirekt über Einflüsse auf den Wechselkurs Euro/US-Dollar könnten hier für uns in Europa die Energiekosten, soweit sie sich auf das Öl beziehen, steigen, weil es für uns teurer wird Öl einzukaufen, welches in US-Dollar gehandelt wird.

Vielleicht sollte man hier auf die Aussage der Chefin des IWF, Frau Lagarde, hören, die sich hinsichtlich der latent krisenhaften Situation der Weltwirtschaft wie folgt geäußert hat: „Die einfache Antwort ist, dass es keine einfache Antwort gibt.“

Gibt es eine an einfache Antwort für ihre Geldanlagen?

Wir haben eine: Diversifizieren Sie Ihre Geldanlagen. Ganz so einfach ist die Antwort allerdings nicht, weil eine sinnvolle Diversifikation heutzutage weit darüber hinausgeht, ihr Geld nur auf Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Immobilien aufzuteilen.

By the way: Wir sollten die Aussage von Frau Lagarde nicht so einfach abtun, sondern erkennen, dass Wirtschaft und Finanzen ein ungeheuer komplexes Thema sind. Eigentlich ist dies keine Neuigkeit für Ökonomen. Allerdings frage ich als Volkswirt mich, warum die Fachkollegen dies in der Vergangenheit bei ihren Äußerungen in der Öffentlichkeit nicht beachtet haben. Ich nenne hier gerne noch einmal an das Thema „Große Inflation“, die uns im Jahr 2008/ 2009 angekündigt wurde, weil die EZB mit dem „Gelddrucken“ begonnen habe. Begründet wurde dies damit, dass eine Ausweitung der Geldmenge zwangsläufig zu Inflation führt. Zumindest in den letzten sieben Jahren hat sich gezeigt, dass diese Aussage sich (bisher) nicht bewahrheitet hat. Wir konnten damals unsere Kunden davon überzeugen, dass sie ihre Geldanlagestrategie nicht anhand dieses Horrorszenarios gestalten sollten.

Wenn auch Sie in Zukunft bei der Gestaltung ihrer Geldanlagen mehr die Komplexität des Finanzwesens berücksichtigt haben möchten, nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

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(1) Die Welt: Preise in der Euro-Zone fallen trotz Geldschwemme

(2) Die Presse.com IWF-Chefin Lagarde dämpft Aussichten für Weltwirtschaft

 

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