Gibt es genügend Käufer für festverzinsliche Wertpapiere?

Diese Frage ist in zweifacher Hinsicht von Bedeutung. Erstens: Gibt es weniger Käufer als Verkäufer für Anleihen, so ist es  ganz klar: Der Kurs der Papiere sinkt. Es wäre unter Umstände aber auch denkbar, dass ein Verkauf überhaupt nicht zustande kommen würde. Zu dieser Thematik haben wir auf unserem Blog finanzenlounge berichtet: Einen Aktiencrash würden die meisten ja verstehen, aber diesen Crash?

Es gibt allerdings eine Unzahl unterschiedlicher festverzinslicher Wertpapiere, und hier sind Unterscheidungen zu treffen. Wir wollen an dieser Stelle aber zur Verinfachung nur danach unterscheiden, ob der Emittent der Papiere ein Staat oder ein Unternehmen ist.

Und zumindest bei Anleihen etablierter Staaten scheint uns das Risiko der Nichthandelbarkeit gering. Ein Indiz dafür ergibt sich aus einer Meldung der FAZ vom 4.9.2015 im Zusammenhang mit der Devisenpolitik Chinas (1). China stützt danach den Wechselkurs nicht nur durch den Verkauf von US-Staatsanleihen sondern möglicherweise auch durch den Verkauf von Bundesanleihen. Zudem scheint China als Käufer bei den regelmässigen Auktionen von Bundesanleihen als Käufer auszufallen. Abgesehen von Kurseffekten ist die potentielle Handelbarkeit von deutschen Staatsanleihen aber aufgrund der Ankaufprogramme der EZB aber wohl absehbar nicht gefährdet.

Für Anleger, die in Investmentfonds investieren, kann dies interessant sein, wenn Sie in Mischfonds investieren und/oder in alternative Fonds. Bei Mischfonds sollte der Anleger abwägen, inwieweit er möglicherweise fehlende Käufer für Anleihen als Risiko ansieht. Sollte dies aus Sicht des Anlegers der Fall sein, empfiehlt es sich genau hinzusehen, ob der Fonds seinen Rentenanteil im wesentlich in Unternehmensanleihen oder in „gute“ Staatsanleihen investiert.

Aber auch für Anleger in alternativen Investmentfonds ist eine solche Analyse wichtig. Zwar erzielen einige alternative Investmentfonds ihre Rendite aus unterschiedlichsten Märkten. Dies geschieht dann zuweilen über Anlagen in Derivate und als Basisinvestments werden häufig Rentenfonds gewählt. Hier kann es wiederum entscheidend sein, ob es sich um Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen handelt.

(1) FAZ : China verkauft Bundesanleihen – die EZB kauft

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