Kein Wunder: Warum der typische Sparer die Gefahren nicht erkennt.

Wir meinen an dieser Stelle nicht die Gefahren der altbekannten als spekulativ angesehenen Anlagen, wie zum Beispiel Aktien. Wir reden auch nicht von Gefahren sogenannter Graumarktprodukte. An dieser Stelle schreiben wir über als allgemein sicher geltenden Anlagen, und dies sind zum Beispiel deutsche Staatsanleihen (1).

Am 6. Mai titelte Bloomberg:

„German-Bond Investors Just Lost 25 Years of Yield in 14 Days”

Wie kann so etwas geschehen, dass Anleger, die in deutsche Staatsanleihen investieren, innerhalb von 14 Tagen die potentiellen Erträge von 25 Jahren verlieren? (Wie häufig sind Nachrichten-Titel stark zugespitzt; dennoch steckt meist eine wahre oder relevante Aussage dahinter.)

Der Kurs des Future für deutschen Staatsanleihen war in nur zwei Wochen so stark gesunken, dass alle laufenden Zinserträge, die für die nächsten 25 Jahre erwartet waren, auf einen Schlag verschwunden waren (jedenfalls dann, wenn die Papieren an diesem Tag verkauft wurden). Ursache hierfür sind neben Marktnervösitäten, auch das extrem geringe aktuelle Zinsniveau.

Kurse von festverzinslichen Wertpapieren, also auch von Staatsanleihen, ändern sich während der Laufzeit der Papiere, (unter anderem) wenn sich das Zinsniveau vergleichbarer Papiere im Zeitablauf ändert. Setzt man den aktuellen Nominalzins in Relation zum aktuellen Kurs erhält man die Rendite.

Aufgrund des allgemeinen Zinsniveaus betrug die Rendite im Euro-Bund-Future vor dem Kursverfall 0,046 %. Nach dem Kursverfall betrug sie 0,75 %.

Dazu muss man wissen, dass ein Euro-Bund-Future ein Termingeschäft ist, dass sich auf eine fiktive Schuldverschreibung der Bundesrepublik Deutschland mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren bezieht. Vereinfacht gesagt spiegelt er also die Erwartungen von Marktteilnehmer wider, wie sich das künftige Zinsniveau entwickeln wird. Noch vereinfachter dargestellt, zeigt er aber auch auf – und hier vor allem vor dem Hintergrund des historisch niedrigen Zinsniveaus – welche Folgen z.B. Zinserhöhung haben können.

Der typische Sparer erkennt nun aber die Gefahren des niedrigen Zinsniveaus nicht. Dies nicht nur aufgrund des schwer  verständlichen Anlageinstrumentes Future, sondern auch, weil kaum Erfahrungen mit unserem historisch extrem geringen Zinsniveau bestehen. Immerhin muss man bis ins Jahr 1522 zurückgehen, um überhaupt drei Zeiträume zu finden, in denen es ein derart niedriges Zinsniveau wie heute gab.

Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag: Business Insider – Global interest rates have only been this low 3 times since 1522

Grundsätzlich können Erfahrungen zwar bei der Wahl der richtigen Anlageentscheidung helfen. Nur leider hat diese Aussage dann keine praktische Bedeutung, wenn derartige Erfahrungen bisher nicht gemacht wurden.

Und nun?

Viele Anleger finden Aktien zu spekulativ und jetzt erfahren sie, dass auch klassische festverzinsliche Wertpapiere hohe Risiken beinhalten können. Bleibt dann gar nichts mehr?

Doch, die Welt der Anlagemöglichkeiten, umfasst weit mehr als Aktien und Renten. Erfahren Sie mehr, lernen Sie mehr kennen. Wie? Stöbern Sie hier im Geldanlage-Katalog und folgen Sie zum Beispiel diesem Blog und/ oder abonnieren Sie unseren Newsletter.

 


(1) Wenn wir hier von Sicherheit bzw. fehlender Sicherheit deutscher Staatsanleihen schreiben, so meinen wir hier nicht, dass ein Investor/ Anleger sein eingesetztes Kapital damit verlieren könne. Aktuell erscheint dies unwahrscheinlich, wenn der Anleger bis zur Fälligkeit der Papiere wartet. Muss der Anleger aber vor Ablauf der Papiere über sein Geld verfügen, so können sehr wohl beträchtliche Verluste eintreten.

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