Vorsicht bei Crash-Test für defensive Mischfonds

Die Zeitschrift DAS INVESTMENT veröffentlichte jüngst unter der Überschrift „192 Fonds im Crashtest“ eine Liste „der besten defensiven Mischfonds“ (1). Die ersten 5 Plätze nahmen folgende Fonds ein:

289-1Gewertet wurde nach verschiedenen Kriterien, die unter anderem Rendite und Risiko berücksichtigen. Der maximal zurückliegende Betrachtungszeitraum ist 5 Jahre.

Es ist damit sichergestellt, dass die Erwartungen eines typischen Anlegers auch in Zukunft erfüllt werden, wenn er hiernach einen defensiven Mischfonds wählt, der den „Cash-Test“ bestanden hat?

Weil hier Mischfonds untersucht werden, enthalten diese Fonds auch Anlagen in Aktien. In 2011 hatten wir zwar auch einen Aktienmarkteinbruch und dieses Jahr fällt in den Betrachtungszeitraum hinein. Einen echten Crash gab es zuletzt aber im Jahr 2008. Dieses Jahr wiederum fällt nicht in den Betrachtungszeitraum.

Nun ist es immer problematisch, Vergangenheitswerte für zukünftige Entwicklungen heranzuziehen. Dennoch, das Untersuchungsergebnis zeigt nicht auf, wie sie sich diese Fonds im Crash verhalten haben.

Crashs kann es aber nicht nur auf Aktienmärkten geben, sondern auch bei festverzinslichen Papieren, also auch auf dem Rentenmarkt. Warnungen davor sind immer wieder zu lesen. Nicht zuletzt das niedrige Zinsniveau könnte eine Ursache für künftige Kursverluste sein, wenn die Zinsen einmal deutlich steigen. Auch ein solches Szenario bilden die letzten 5 Jahre nicht ab.

Betrachtet man bei den erstplatzierten Fonds einen längeren Zeitraum, der naturgemäss mehr unterschiedliche wirtschaftliche Szenarien beinhaltet, zeigt sich, dass mit diesen Fonds zum Teil durchaus beträchtliche Verluste erzielt werden konnten:

289-2

 

Und ebenso die Verlustperioden waren zum Teil recht lang:

289-3

Für einen wenig erfahrenen Anleger scheinen uns eine derartige Hitlisten ungeeignet. Und wie wir hier in Kürze gezeigt haben, bringt diese Auswertung der Fonds für einen erfahrenen Anleger und/oder Berater kaum Erkenntnisgewinne.

Generell ist zu fragen, ob es ausreicht, nur die Anlageklassen Renten und Aktien für die Strukturierung eines defensiven Fonds zu nutzen. Wir sind der Meinung, es müssen weitere Differenzierungen stattfinden.

 

(1) DAS INVESTMENT.COM

 

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