Private Equity – Anders in Unternehmen investieren als mit Aktien

Nachdem jetzt Aquila Capital den ersten geschlossen Fonds aus dem Bereich Private Equity auf den Markt gebracht hat bietet es sich an, einige kurze Erläuterungen zur Anlageklasse Private Equity zu geben.

„Private Equity“ ist die älteste Anlageklasse der Welt. So wird eine stille Beteiligung an einem Betrieb (und dies kann durchaus als „Private Equity“ bezeichnet werden) erstmals im Soester Stadtrecht aus dem 12. Jahrhundert erwähnt. Die erste Aktie dagegen stammt aus Schweden und ist im 17. Jahrhundert datiert.

5914pe2Private Equity ist anders, und doch in vielen Bereichen vergleichbar mit Investitionen in Aktienfonds. Aktienfonds legen die Kundengelder in produktive Unternehmen an. Und genau das gleiche geschieht im Bereich des Private Equity. Aber es gibt Unterschiede, und diese können Vorteile für Ihr Depot bringen, wenn in Private Equity als Beimischung investiert wird, und wenn der Anleger sich darüber im Klaren ist, dass Beteiligungen in geschlossene Fonds grundsätzlich ein Totalverlustrisiko beinhalten.

Überdurchschnittliche Renditen zu realisieren, erfordert Märkte zu finden, in die eben nicht die „Masse“ investiert und ein solches Marktsegment könnte Private Equity sein . Wissenschaftlich begründet wird diese Aussage durch die Theorie der Effizienz der Märkte, die ihre Anwendung hauptsächlich im Bereich der Aktienanlagen findet. Sehr vereinfacht dargestellt besagt diese, dass in den Aktienkursen „alle“ Informationen eingepreist sind. Wenn dies aber der Fall ist, lässt sich naturgemäß in diesen effizienten Märkten keine „Überrendite“ erwirtschaften.

Wenn sich, wie die Theorie der Kapitalmarkteffizienz behauptet, auf Aktienmärkten keine Überrendite gegenüber dem Index erzielen lässt, so bedeutet dies aber nicht, dass sich nicht hohe Renditen auf Aktienmärkten erzielen lassen, sondern eben nur keine überdurschnittlichen Renditen innerhalb dieses Anlagesegments. Vergleicht man das Anlagesegment „unternehmerische Beteiligungen“, wozu Aktienanlagen und Private Equity gehören, so bietet dieses Anlagesegment im Vergleich zu Anlagen im Bereich festverzinslicher Wertpapiere, Spareinlagen und weiteren Anlageformen generell die Chance deutlich überdurschnittliche Renditen – natürlich bei höhren Risiken – im Vergleich zu fast allen anderen Anlageklassen zu erzielen. Dies könnte darin begründet sein, dass es generell nur möglich scheint auf lange Sicht dort hohe Renditen zu erzielen, wo eine (spätere) hohe Wertschöpfung (echte Güter und Dienstleistungen) realisiert wird. In der wirtschaftlichen Welt werden materielle Werte in der Regel aber (fast) nur in Unternehmen geschaffen (geschöpft).

Der übliche Weg sich als privater Anleger an der Wertschöpfung von Unternehmen zu beteiligen und daran teilzuhaben, ist eine Anlage in Aktien und/oder Aktieninvestmentfonds. Dies nun ist eine Anlage, die – mit Einschränkungen – die „Masse“ wählt. Aber nicht nur der Großteil der privaten Anleger, sondern auch ein sehr hoher Anteil an professionellen und institutionellen Anlegern wählt diese Form, um sich unternehmerisch zu beteiligen, mit der Chance auf hohe Rendite (und entsprechenden Risiko).

Aufgrund der guten Marktzugangsmöglichkeiten und der hohen Transparenz kann der Aktienmarkt als öffentlicher Markt bezeichnet werden. Der Gegensatz dazu ist offensichtlich der private Markt. Im Fall der unternehmerischen Beteiligungen werden diese Anlagen Private Equity genannt. So ist jetzt der Markt gefunden, der überdurchschnittliche Renditen erzielen kann und in den nicht die Masse investiert.

Was ist alles Private Equity?

Zunächst einmal ist Private Equity eine Finanzierungsmöglichkeit. Vom Grundsatz her kann sich ein Unternehmen durch Eigenkapital oder Fremdkapital finanzieren. In der Regel wird Private Equity als Eigenkapital eingesetzt.

Gute Private-Equity-Gesellschaften verstehen sich aber nicht als reine Finanzierer, sondern möchten die Unternehmen profitabel entwickeln. Von daher wird auch immer oder häufig Management Know-How zur Verfügung gestellt.

Unter dem Oberbegriff Private Equity werden verschiedene Möglichkeiten, sich außerbörslich an Unternehmen zu beteiligen, zusammengefasst. Nur sehr wenige aller Unternehmen lassen sich an Börsen notieren. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein: die Publizitätsvorschriften sind nicht gewünscht, der finanzielle Aufwand ist zu hoch, der Unternehmer wünscht keine Miteigentümer (Aktionäre), das Unternehmen ist zu jung.

Hieraus lässt sich erkennen, dass unternehmerische Beteiligungen in Form von Aktien oder Aktien-Investmentfonds nur ein kleines Spektrum einer denkbar möglichen unternehmerischen Beteiligung darstellt. Somit eröffnet Private Equity zusätzliche Investitionsmöglichkeiten.

Weil aber Private Equity eine Form der „privaten“ nicht öffentlichen und damit börsenotierten Beteiligung darstellt, ist ein Nachteil von Private Equity die Nicht-Handelbarkeit und die eingeschränkte Preisbildung. Dies sollte jeder Investor bei seiner Anlageentscheidung berücksichtigen. Grundsätzlich eignet sich Private Equity nur als Beimischung. Das bedeutet in Relation zum gesamten Anlagebetrag und Vermögen des Anlegers sollte nur ein kleinerer Betrag in Private Equity angelegt werden.

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